Clustermitglied Sven-Oliver Proksch vom Europäischen Forschungsrat mit dem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet

Der Kölner Politikwissenschaftler Sven-Oliver Proksch, PhD, Professor am Cologne Center for Comparative Politics (CCCP) und Mitglied des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets and Public Policy, erhält den renommierten ERC Consolidator Grant für sein Projekt „Democracy without Majorities: Political Representation under Minority Rule“ (MINORITYRULE). Der Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats gehört zu den wichtigsten Forschungspreisen weltweit. Er fördert innovative Grundlagen- und Pionierforschung. Das Projekt MINORITYRULE wird vom Europäischen Forschungsrat für eine Dauer von fünf Jahren mit insgesamt 2 Millionen Euro gefördert.

Ziel des ERC Consolidator Projektes MINORITYRULE ist es, die Auswirkungen des Regierens in Minderheitsregierungen auf politische Repräsentation zu untersuchen. Politische Repräsentation bezieht sich dabei auf die Verbindung zwischen dem, was Bürger wollen und dem, was Politiker tun.

Professor Proksch und sein Team werden sich im Rahmen des Projektes insbesondere drei Fragestellungen widmen. Erstens soll untersucht werden, wie sich die politische Polarisierung in parlamentarischen Debatten und in Wahlkämpfen im Vergleich zu Situationen mit Mehrheitsregierungen entwickelt. Zweitens widmet sich das Projekt der Frage, inwiefern Minderheitsregierungen anders als Mehrheitsregierungen bei Entscheidungen auf Veränderungen der öffentlichen Meinung reagieren. Und drittens nimmt das Projekt den Bürger in den Fokus und erforscht die Wahrnehmung politischer Entscheidungen und Kompromissfindung bei Wählern unter Minderheitsregierungen im Vergleich zu Mehrheitsregierungen.

MINORITYRULE untersucht diese Fragestellungen international vergleichend mit einer Reihe von neuen Datensätzen, die im Projekt generiert werden. Dafür setzt das Projekt quantitative Textanalyseverfahren für politische Reden in Kombination mit Umfrageexperimenten und Panelerhebungen ein. Die Erkenntnisse des Projekts sollen dazu beitragen, die institutionellen und politischen Bedingungen besser zu verstehen, unter denen Minderheitsregierungen zu erfolgreicher Repräsentation führen können.

Sven-Oliver Proksch ist Professor für Europa- und Mehrebenenpolitik am Cologne Center for Comparative Politics (CCCP) an der Universität zu Köln. Er promovierte 2008 im Fach Politikwissenschaft an der University of California in Los Angeles, USA. Von 2008 bis 2013 war er Postdoc an der Universität Mannheim. Im Anschluss war er bis 2016 Assistant und Associate Professor of Political Science an der McGill University in Montréal, Kanada. Im Januar 2017 wurde er an die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln berufen. Er ist darüber hinaus Mitglied des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets and Public Policy. Seine Forschungsinteressen umfassen politische Repräsentation, demokratische Institutionen, Parteipolitik, Parlamentsdebatten, politische Textanalyse und Europapolitik.

 

Inhaltlicher Kontakt:
Prof. Dr. Sven-Oliver Proksch
ECONtribute, Universität Köln
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Presse und Kommunikation:
Katrin Tholen
ECONtribute
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Deutscher Wirtschaftspreis für Amelie Schiprowski

Bernd Fitzenberger (links) erhält den Preis für das beste Forschungswerk, Amelie Schiprowski (rechts) wird mit dem 1. Preis für den besten Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet. © Joachim Herz Stiftung/Claudia Höhne

Joachim Herz-Stiftung zeichnet Ökonomin der Uni Bonn für ihre Arbeit zur Rolle von Fallmanagern bei der Jobvermittlung aus

Für ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Arbeitsmarktökonomik hat Jun.-Prof. Dr. Amelie Schiprowski von der Universität Bonn den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Wirtschaftspreis der Joachim Herz-Stiftung erhalten. Seit 2016 zeichnet die Stiftung alle zwei Jahre Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für bedeutende interdisziplinäre Forschungsarbeiten aus.

 

In ihrer Studie untersuchte Amelie Schiprowski, welche Rolle Fallmanager bei der Jobvermittlung von Arbeitslosen spielen und fand heraus, dass eine schlechte Betreuung die Arbeitslosigkeit verlängert. Die Jury belohnte die Arbeit mit dem ersten Preis unter den Beiträgen von Nachwuchsforschenden. Der zweite und dritte Preis in dieser Kategorie gingen an Jan Nimczik von der European School of Management and Technology in Berlin und an Hanno Foerster vom Boston College in den USA. Den mit 150.000 Euro dotierten Preis für das beste Forschungswerk erhielt der Ökonom Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg.

„Wir wollen mit dem Preis Forscher auszeichnen, die über die Grenzen ihrer Disziplin hinausblicken und sie damit weiterentwickeln. Unsere vier Preisträger machen das beispielhaft, indem sie Ansätze aus der Soziologie oder der Psychologie in ihre Arbeit einbeziehen. Und zusätzlich geben sie wichtige Impulse für die Zukunftsfähigkeit unserer Arbeitswelt. Etwa, indem sie sich mit den Folgen von Digitalisierung und Technisierung für den Arbeitsmarkt auseinandersetzen“, sagte Dr. Henneke Lütgerath, Vorstandsvorsitzender der Joachim Herz Stiftung.

Amelie Schiprowski wurde 2018 an der Universität Potsdam promoviert. Seit 2019 ist sie Juniorprofessorin am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn. Sie gehört dem Institut für Angewandte Mikroökonomik und dem Exzellenzcluster ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln an.

Kontakt für die Medien:
JProf. Dr. Amelie Schiprowski
Tel.: 0228/73-9206
E-Mail: amelie.schiprowski@uni-bonn.de

Neue Studie: Gute Kommunikation senkt Kündigungsrate in Unternehmen

Einfache Kommunikation von Managern mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verringert die Personalfluktuation um bis zu 25 Prozent / Feldexperiment in großer Supermarktkette

Wie gut Managerinnen und Manager mit ihrem Team kommunizieren, beeinflusst die Kündigungsrate im Einzelhandel massiv. Das zeigt ein Forschungsprojekt des Ökonomen Matthias Heinz, Professor des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy der Universitäten Köln und Bonn, gemeinsam mit Professor Guido Friebel (Goethe-Universität Frankfurt) und Nick Zubanov (Universität Konstanz) in Kooperation mit einer großen Supermarktkette im Baltikum.

Schlechte Bezahlung, Azubi-Mangel und hohe Fluktuation: Der Einzelhandel hat kein gutes Image auf dem Arbeitsmarkt. Doch gerade während der Corona-Hamsterkäufe wird deutlich, wie wichtig eingespielte Teams in Supermärkten sind. Die Wissenschaftler analysierten über einen Zeitraum von 16 Monaten die Kündigungsraten in Filialen, nachdem der CEO die Hälfte seiner Filialleiter und -leiterinnen per Brief dazu aufrief, „alles in ihrer Macht Stehende zu tun“, um die Fluktuation an ihrem Standort zu senken und sich besser um die Mitarbeiter zu kümmern. Die Filialleiter von 119 der 238 Geschäfte verbrachten daraufhin mehr Zeit mit ihren Angestellten – etwa 20 Minuten pro Tag –, während sich in den restlichen Niederlassungen nichts veränderte. Über neun Monate hinweg kündigten die Beschäftigten der kontaktierten Filialleiterinnen und -leiter seltener – die Fluktuation sank bis zu 25 Prozent. Nachdem der Chef die Filialleitungen nach neun Monaten erneut an ihr Ziel erinnerte, sanken die Kündigungsraten wieder im gleichen Maße. Vor dem Experiment kündigten jedes Jahr durchschnittlich 80 Prozent der 5.500 Angestellten.

Simpler Eingriff, großer Effekt

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die Fluktuation alleine durch einfache Kommunikation von oberem zu mittlerem Management und Filialleitungen zu Mitarbeitenden maßgeblich senken lässt. „Wir waren überrascht, wie groß der Effekt dieses relativ simplen Eingriffes ist“, sagt Matthias Heinz, Professor bei ECONtribute und der Universität zu Köln. Die niedrigeren Kündigungsraten hatten jedoch keinen positiven Effekt auf den Umsatz, er blieb gleich. Dies könne daran liegen, dass die intensive Interaktion der Filialleiter mit ihren Angestellten einen Preis hat: weniger Zeit für die Kunden. Damit widersprechen die Wissenschaftler Ergebnissen bisheriger Literatur, die davon ausgehen, dass niedrigere Fluktuation immer zu höheren Geschäftsleistungen führt.

Das Forschungsprojekt unterstreicht, wie wichtig die Wahl des passenden Managements ist. Führungskräfte sollten grundsätzlich gut kommunizieren und mit Menschen umgehen können, um die Kündigungsraten möglichst gering zu halten. Aber: Auch unkommunikativer, schlechter Führungsstil einiger Manager kann durch eine einfache Aufforderung aus der Chefetage positiv beeinflusst werden.

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute erschienen und wird demnächst in der renommierten Zeitschrift „Management Science“ veröffentlicht. ECONtribute ist der einzige von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Exzellenzcluster in den Wirtschaftswissenschaften – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

 

Link zur Publikation: https://selten.institute/RePEc/ajk/ajkdps/ECONtribute_039_2020.pdf

Mehr zum Autor Matthias Heinz im Kurzinterview In Brief.

You can find the English Version of the press release here.

 

Inhaltlicher Kontakt:

Professor Dr. Matthias Heinz

Professur für Strategie an der Universität zu Köln

+49 221 470-7263

heinz@wiso.uni-koeln.de

 

Presse und Kommunikation:

Carolin Jackermeier

Kommunikation ECONtribute: Markets & Public Policy

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jackermeier@wiso.uni-koeln.de

 

 

 

ECB Youth Dialogue with Vice-President Luis de Guindos

ECONtribute, the Institute for Economic Policy (iwp) at the University of Cologne and the European Central Bank (ECB) invite to the ECB Youth Dialogue with Luis de Guindos, Vice-President of the ECB. Luis de Guindos will answer questions of students the monetary policy of the ECB. How can central banks react to climate change? What is the ECB’s response to COVID-19? How will the economy of the euro area develop after the crisis? These topics will be discussed in our virtual meeting, moderated by Prof. Dr. Andreas Schabert, spokesperson of ECONtribute.

The ECB Youth Dialogue is an initiative of the ECB that gives young economically interested people the chance to talk directly to ECB policymakers. In a series of events which take place all over Europe – and also online – students can ask questions and discuss their views on the monetary policy of the ECB with board members.

The event takes place online and addresses economically interested students and media.

 

Date & time: December 16, 16:30 – 17:45

You missed the event? Watch the recording here.

Selten Lecture: “Social Economics Surveys and Experiments to Understand how People think about Economic Policy” by Stefanie Stantcheva (Harvard University)

Virtual Selten Lecture 2020 with Stefanie Stantcheva

Stefanie Stantcheva, Professor of Economics at Harvard University will deliver this year’s virtual Selten Lecture on “Social Economics Surveys and Experiments to Understand how People think about Economic Policy”. Stefanie Stantchevas’s research focuses on long-run effects of taxes on innovation, education & training, and wealth. Also, she runs a run large-scale “Social Economics Surveys and experiments” to explore the determinants of social preferences, attitudes, and perceptions. 

This lecture will look at the use of large-scale social economics surveys and experiments to explore how people think about a range of economic policy and economic issues. From social mobility to immigration, tax policy and trade policy, we can get into people’s minds and see what the mental models are that people use to think about these important issues.

With the Selten Lecture, the Cluster of Excellence ECONtribute and the Reinhard Selten Institute invite on an annual basis internationally renowned researchers for a lecture for interested researchers.

The lecture took place on December 8th. You can watch the recording below.

 

 

Weltspartag: Geduldigere Menschen verdienen besser

Weltspartag am 30. Oktober: Bonn-Kölner Wirtschaftswissenschaftler haben Daten zu geduldigem Verhalten ausgewertet

Wer geduldiger ist, verdient und spart im Schnitt mehr. Dazu erziehen Institutionen und Aktionen wie der Weltspartag schon von klein auf. Forscher des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy der Universitäten Bonn und Köln haben Daten zu geduldigem Verhalten aus 76 Ländern ausgewertet.

Einmal im Jahr das Sparschwein ausschütten, die angesparten Münzen auf der Bank abgeben und im Gegenzug Plüschtiere, Bücher oder andere Geschenke erhalten: Am Freitag ist es wieder so weit, der 30. Oktober ist Weltspartag. Er lehrt Kinder, sparsam mit Geld umzugehen und geduldig zu sein – „ein wichtiger Faktor für das spätere Haushaltseinkommen“, sagt Ökonom Prof. Dr. Thomas Dohmen, Forscher des Exzellenzclusters ECONtribute an der Universität Bonn. Gemeinsam mit Clustermitglied Prof. Dr. Armin Falk und fünf weiteren Wissenschaftlern, wertete er Daten zur Zeitpräferenz von 80.000 Menschen aus 76 Ländern aus. Das Ergebnis: Geduldigere Menschen verdienen durchschnittlich mehr.

Mehr Wohlstand in Ländern mit geduldigen Einwohnern
Unterschiede in der Geduld erklären etwa 40 Prozent der Differenzen im Pro-Kopf-Einkommen zwischen verschiedenen Ländern. Eine Faustregel: Die durchschnittliche Geduld nimmt, ausgehend vom Äquator, Richtung Norden zu und Richtung Süden ab. Auch innerhalb der Länder gibt es klare Unterschiede. Das Bildungslevel in Regionen mit geduldigeren Einwohnern ist im Schnitt höher und die Menschen verdienen mehr.
Personen, die geduldiger sind, sparen im Schnitt mehr, sind produktiver und investieren mehr Zeit in Bildung. Während bisherige Literatur bereits erforschte, dass ungeduldigere Individuen etwa öfter Arbeit herauszögern, mehr Drogen konsumieren oder schlechtere Noten schreiben, ist bisher wenig über die Auswirkungen von Geduld auf die gesamte Volkswirtschaft bekannt. Dabei ist geduldiges Verhalten einer der Hauptfaktoren für Produktivität, die wiederum das Einkommen bedingt.
Warum manche Menschen geduldiger sind als andere, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Verschiedene Institutionen, wie etwa politische Stabilität, Bildung oder freier Wettbewerb können allerdings dazu beitragen. Außerdem haben sich Verhaltensmuster meist über Generationen gefestigt.

Geduldiges Verhalten fördern
Volkswirtschaften profitieren langfristig von einem hohen Geduldslevel in der Bevölkerung. „Gute Entwicklungspolitik sollte immer darauf zielen, geduldiges Verhalten zu fördern“, sagt Thomas Dohmen, Professor bei ECONtribute. Also durch Bildung zu nachhaltigem Wirtschaften anregen, statt lediglich Geldhilfen zu zahlen. Der Weltspartag zeigt: Geduldiges Verhalten ist erlernbar.

Die Studie von Thomas Dohmen, Armin Falk, Uwe Sunde, Benjamin Enke, David Huffmann und Gerrit Meyerheim ist als Discussion Paper bei ECONtribute erschienen: https://selten.institute/RePEc/ajk/ajkdps/ECONtribute_035_2020.pdf

You can find the English Version of the press release here.

Förderung:
Die Arbeit erhielt finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Exzellenzcluster „ECONtribute“ der Universitäten Bonn und Köln, ebenfalls gefördert durch die DFG im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder.

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster
Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

Inhaltlicher Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Dohmen
ECONtribute, Universität Bonn
Tel. +49 228 73 9303
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Presse und Kommunikation:
Carolin Jackermeier
ECONtribute
Tel. +49 221 470 7258
jackermeier@wiso.uni-koeln.de

Katrin Tholen
ECONtribute
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Neue ECONtribute Studie: Opfer von Kriminalität verdienen schlechter

Opfer von Verbrechen verdienen nach der Tat langfristig bis zu 12,9 Prozent weniger und sind abhängiger von Sozialleistungen / Auswertung von über 800.000 niederländischen Polizeiakten

Opfer von Kriminalität büßen auf dem Arbeitsmarkt langfristig Einkommen ein. Das zeigt eine Auswertung der Datensätze von über 800.000 Kriminalitätsopfern, die Professorin Anna Bindler, Ökonomin des Excellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy der Universitäten Köln und Bonn, gemeinsam mit Dr. Nadine Ketel (Assistant Professor, Freie Universität Amsterdam, Niederlande) durchgeführt hat. Die Registerdaten der niederländischen Polizei reichen von 2005 bis 2016 zurück. Die Wissenschaftlerinnen konnten sie mit Hilfe anonymisierter Nummern mit seit 1999 erfassten Arbeitsmarktdaten verbinden.

Langfristig starker Verdienstrückgang bei Kriminalitätsopfern

Über Jahre hinweg verdienen Männer und Frauen, die Opfer von Kriminalität wurden, je nach Verbrechen bis zu 12,9 Prozent weniger als vor der Tat. Gleichzeitig beziehen sie an bis zu 6 Prozent mehr Tagen Sozialleistungen. Gründe für den Verdienstrückgang können ein Wechsel zu schlechter bezahlten Stellen oder Jobverluste einiger Opfer sein, die aufgrund von körperlichen oder mentalen Folgen der Kriminalität ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Frauen stärker betroffen als Männer

Bindler und Ketel differenzieren in ihrer Arbeit zwischen Gewaltverbrechen (Körperverletzung, sexuelle Übergriffe und Bedrohung) und Besitzverbrechen (Raubüberfälle und Diebstahl). Der Verdienstrückgang bei Frauen ist in allen untersuchten Bereichen höher als bei Männern. Während Männer nach Gewaltverbrechen ein Jahr nach der Tat bis zu 7,5 Prozent weniger verdienen, sind es bei Frauen 10,4 Prozent. Nach Besitzverbrechen, insbesondere Raubüberfällen, verdienen Männer bis zu 8,4 Prozent weniger, während Frauen einen Einkommensrückgang von bis zu 12,9 Prozent verzeichnen. Häusliche Gewalt betrachteten die Wissenschaftlerinnen gesondert und stellten, neben einer stark erhöhten Abhängigkeit von Sozialleistungen, einen verstärkten Effekt von 17,9 Prozent fest.

Richtlinie für Kosten von Kriminalität

Insgesamt errechneten die Ökonominnen bei den Kriminalitätsopfern alleine für das erste Jahr nach einer Körperverletzung einen aggregierten Verdienstverlust von 366 Millionen Euro. „Unsere Forschung trägt dazu bei, die gesellschaftlichen Kosten von Kriminalität besser einschätzen zu können“, sagt Anna Bindler, Professorin bei ECONtribute: Markets & Public Policy und an der Universität zu Köln. „Die Ergebnisse könnten ein Denkanstoß für Kompensationszahlungen oder weitere Hilfen für Kriminalitätsopfer, wie etwa Arbeitsmarktprogramme sein.“

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute erschienen. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

 

In einer Folge des englischsprachigen Podcasts „Probable Causation“ wird Anna Bindler mit Jennifer Doleac über ihre Studie diskutieren. Sie erscheint am 27. Oktober unter: https://www.probablecausation.com/index

Mehr zur Autorin Anna Bindler im Kurzinterview In Brief.

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Inhaltlicher Kontakt:

Prof. Anna Bindler, Ph. D.

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Presse und Kommunikation:

Carolin Jackermeier

Kommunikation ECONtribute: Markets & Public Policy

+49 221 470-7258

jackermeier@wiso.uni-koeln.de

 

Link zur Publikation:

https://ideas.repec.org/p/ajk/ajkdps/030.html

Neue ECONtribute Studie: Schlechte Betreuung verlängert Arbeitslosigkeit

Bonner Wissenschaftlerin wertete Daten der schweizerischen Arbeitslosenversicherung aus

Arbeitslose, deren Termin mit dem zuständigen Fallmanager des Arbeitsamtes unvorhergesehen abgesagt wird, bleiben im Schnitt zwölf Tage länger arbeitslos. Das hat die Bonner Ökonomin Amelie Schiprowski im Rahmen einer Studie des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy der Universitäten Köln und Bonn herausgefunden.

Bei der Arbeit krankmelden muss sich wohl jeder mal. Bei Fallmanagern des Arbeitsamtes hat eine plötzliche Abwesenheit jedoch direkte wirtschaftliche Folgen für Dritte: Die Menschen, die sie betreuen, sind im Schnitt fünf Prozent länger arbeitslos, wenn ein Treffen ausfällt – das entspricht einer Dauer von zwölf Tagen. Was wenig klingt, kann für den Staat und die einzelnen Betroffenen hohe Kosten bedeuten.

Amelie Schiprowski, Ökonomin des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Köln und Bonn hat Daten der schweizerischen Arbeitslosenversicherung von 2010 bis 2012 ausgewertet und untersucht, wie wichtig die persönliche Interaktion mit Fallmanagern für Arbeitslose ist. Dabei fand sie heraus: Wie lange jemand arbeitslos ist, hängt auch maßgeblich davon ab, wie zuverlässig und engagiert die Betreuung durch das Arbeitsamt ist.

Regelmäßige Betreuung wichtig für Wiedereingliederung

Fallmanager kümmern sich beim Arbeitsamt um die Wiedereingliederung auf den Arbeitsmarkt von Menschen, die Arbeitslosengeld beziehen. Eine spontane Abwesenheit dieser Fallmanager verringert die durchschnittliche Anzahl an Treffen mit den betreuten Personen. Da pro Halbjahr nur etwa zwei bis drei Treffen stattfinden, entspricht ein ausfallendes Treffen in den analysierten Daten etwa 40 Prozent der Betreuungszeit. Der Ausfall eines Treffens führt im Schnitt zu einer fünf Prozent längeren Arbeitslosigkeit. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine regelmäßige Betreuung für eine erfolgreiche Wiedereingliederung sehr wichtig ist.

Quantität und Qualität wichtig

Die Ökonomin teilte die beobachteten Fallmanager gemäß ihrer Produktivität in zwei Gruppen ein – Produktivität bedeutet, wie schnell von ihnen betreute Personen im Schnitt wieder einen Job fanden. Das Ergebnis: Bei weniger produktiven Betreuungspersonen hat eine Abwesenheit keinen negativen Effekt, bei den produktiveren verlängert sich die Arbeitslosigkeit bei einem ausgefallenen Termin dafür durchschnittlich sogar um 13 Prozent. Wie schlimm eine Terminabsage ist, hängt also von der Qualität der Betreuung ab.

Investitionen in Humankapital können Dauer der Arbeitslosigkeit verringern

Das Papier weist auf die ökonomische Bedeutung von Personal beim Arbeitsamt hin. „Fallmanager werden aus wohlfahrtsstaatlicher Sicht als wichtige Ressource unterschätzt“, sagt Amelie Schiprowski. Jeder Tag zusätzlicher Arbeitslosigkeit ist teuer für den Staat. Eine geringere Arbeitsbelastung einzelner Sachbearbeiter, die mehr Treffen mit einzelnen Arbeitslosen ermöglicht, und Investitionen in die Beratungsqualität könnten die Arbeitslosigkeit senken.

Für das Papier erhielt Amelie Schiprowski den Wirtschaftspreis der Joachim Herz Stiftung. Die Studie ist im August im Journal of Labor Economics erschienen: https://www.journals.uchicago.edu/doi/10.1086/706092

Mehr zur Autorin Amelie Schiprowski im Kurzinterview In Brief. 

You can find the English version of the press release here.

Förderung:

Die Arbeit erhielt finanzielle Unterstützung durch den Exzellenzcluster „ECONtribute“ der Universitäten Köln und Bonn, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Darüber hinaus unterstützten der DFG-geförderte Sonderforschungsbereich Transregio „Ökonomische Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen“ der Universitäten Bonn und Mannheim und die Studienstiftung des deutschen Volkes die Studie.

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

Inhaltlicher Kontakt:

JProf. Dr. Amelie Schiprowski

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amelie.schiprowski@uni-bonn.de

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Vom Pandemieschock in die Rezession: Veränderung der Arbeitsstunden spiegelt Entwicklung der Corona-Krise wider

Die pandemiebedingten Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität führten im März und April 2020 zu einer massiven Reduzierung der Arbeitsstunden. Weitgehend verschont blieben nur die systemrelevanten Berufe sowie Tätigkeiten, die sich ins Homeoffice verlagern ließen. Nach den Lockerungen der strikten Corona-Regeln erholten sich die besonders betroffenen Branchen relativ schnell, während andere Sektoren einen deutlichen Stundenrückgang verzeichneten. Das zeigt eine neue Studie von Ökonomen des Köln-Bonner Exzellenzclusters ECONtribute und des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) auf Basis detaillierter niederländischer Daten.

Copyright: Institute of Labor Economics (IZA)

Zu Beginn der Krise im März kam es zu einem massiven Rückgang der Arbeitsstunden vor allem in der Gastronomie (minus 15 Stunden pro Woche) sowie im Kultur- und Tourismussektor (minus neun Stunden). Im systemrelevanten Gesundheits- und Sozialwesen fiel der Stundenrückgang mit 2,5 Stunden deutlich geringer aus. Wie Abbildung 1a veranschaulicht, hing die Veränderung der Arbeitsstunden in hohem Maße davon ab, inwieweit sich die Tätigkeit ins Homeoffice verlagern ließ. Beispielsweise blieb die durchschnittliche Arbeitszeit im Bereich der Finanz- und Unternehmensdienstleistungen mit einem leichten Minus von knapp zwei Stunden fast unberührt.

Copyright: Institute of Labor Economics (IZA)

Im Juni kehrt sich das Bild teilweise um (Abbildung 1b): In der Gastronomie nahmen die Arbeitsstunden wieder deutlich zu, so dass sich die Lücke zum Vorkrisenniveau mehr als halbierte. Zugleich kam es zu einem mehr als doppelt so starken Stundenrückgang in Bereichen mit ausgeprägter Homeoffice-Nutzung wie den Finanz- und Unternehmensdienstleistungen. Die Forscher führen diesen Befund darauf zurück, dass sich der „Charakter“ der Rezession verändert hat: Nach dem ersten „Pandemieschock“ mit stark branchenspezifischen Einbrüchen aufgrund der staatlichen Beschränkungen und der unmittelbaren Auswirkungen des Virus setzte ein allgemeiner Nachfragerückgang ein, der die Wirtschaft in ihrer gesamten Breite erfasste. Dadurch kam auch der „Homeoffice-Vorteil“ nicht mehr zum Tragen: Grafik 2 zeigt, wie sich die Lücke zwischen den Tätigkeitsbereichen mit geringer und hoher Homeoffice-Nutzung zwischen März und Juni schließt.

Copyright: Institute of Labor Economics (IZA)

Nach Einschätzung der Autoren haben die Kurzarbeit-Regelungen entscheidend dazu beigetragen, dass die Unternehmen die Arbeitsstunden flexibel anpassen konnten, ohne dass es zu Entlassungswellen kam. Auch gab es kaum Verschiebungen in der Einkommensverteilung, obwohl Geringverdienende deutlich stärker von den Stundenreduzierungen betroffen waren. „Hier entfalten die staatlichen Programme ihre kurzfristig segensreiche Wirkung. Bei langfristigen Nachfrageänderungen helfen sie aber kaum weiter und können sogar schädlich sein“, sagt Hans-Martin von Gaudecker, ECONtribute-Professor für angewandte Mikroökonomik an der Universität Bonn und Leiter des IZA-Forschungsteams Strukturelle Politikevaluation.

Die Studie basiert auf der Arbeit des CoViD-19 Impact Lab, in dem von Gaudecker gemeinsam mit seinem Forschungsteam aus Bonn und von der niederländischen Universität Tilburg die Auswirkungen der Corona-Pandemie und ihre Gegenmaßnahmen analysiert. Ziel ist es, in der aktuellen Krise schnell hilfreiche Daten zu generieren und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig werden vertiefte Analysen folgen.

Daten basieren auf dem niederländischen LISS-Panel

Die Daten wurden mit Hilfe des niederländischen LISS-Panels (Longitudinal Internet Studies for the Social Sciences) erhoben, das 4.500 Haushalte seit über zehn Jahren regelmäßig zu einer Vielzahl von Themen befragt. Die Haushalte sind repräsentativ für die niederländische Bevölkerung und beantworten die Fragebögen online. Für diesen Datensatz wurden LISS-Teilnehmer ab 16 Jahren in vier Erhebungswellen Ende März, im April, Mai und Juni befragt. 6.650 Personen füllten mindestens einen Fragebogen vollständig aus. Für Deutschland liegen derzeit keine Daten in dieser Fülle und Aktualität vor. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit der niederländischen und deutschen Arbeitsmärkte lassen sich die grundlegenden Erkenntnisse jedoch weitgehend auf Deutschland übertragen.

Die Finanzierung der Datensammlung erfolgt durch den Exzellenzcluster ECONtribute und den Sonderforschungsbereich TR/224, das IZA sowie die Niederländische Wissenschaftsorganisation (NWO).

Weitere Informationen zum COVID Impact Lab: https://covid-19-impact-lab.io

 

Hier geht es zum Paper.

Find the press release in english here.

 

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

 

Pressekontakt:

Katrin Tholen

ECONtribute: Markets & Public Policy

Tel. +49 228/737808

E-Mail: katrin.tholen@uni-bonn.de

 

Kontakt zum Studienautor:

Prof. Dr. Hans-Martin von Gaudecker

Institut für angewandte Mikroökonomik

Universität Bonn

Tel: +49 228 73-9357

E-Mail: hmgaudecker@uni-bonn.de

ECONtribute Public Talk mit Isabel Schnabel: Ungleiche Narben – Verteilungseffekte der Pandemie

ECONtribute Public Talk mit Isabel Schnabel: Ungleiche Narben: Verteilungseffekte der Pandemie

ECONtribute lädt zum Public Talk und zur gemeinsamen Diskussion mit Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der EZB und Mitglied des Exzellenzclusters ECONtribute, ein. Isabel Schnabel wird dabei die Verteilungseffekte der Corona Pandemie erläutern – so ist die Wirtschaft doch in manchen Mitgliedstaaten des Euroraums viel stärker eingebrochen als in anderen. Die am stärksten getroffenen Staaten sind gerade diejenigen, die bereits vor der Krise ein vergleichsweise geringes Wirtschaftswachstum oder einen hohen Schuldenstand aufgewiesen haben. Somit droht die Pandemie, bereits bestehende Unterschiede im Euroraum zu verstärken.

Doch nicht nur zwischen Ländern zeigen sich Divergenzen. Auch innerhalb der Länder deutet vieles darauf hin, dass sich die bestehende Ungleichheit weiter verschärft hat. So sind Personen mit geringerem Einkommen, geringerer Bildung sowie Frauen und Jüngere besonders stark betroffen. Die einheitliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kann nur eingeschränkt auf diese Divergenz reagieren. Stattdessen sei es Aufgabe der Fiskalpolitik, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um eine strukturelle Verfestigung der entstandenen Ungleichheit zu verhindern.

Nach einem Vortrag gibt es Zeit zur gemeinsamen Diskussion. Die Veranstaltung findet online statt und richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum, Studierende und Forschende.

5. November 2020, 16:00 bis 17:30 Uhr.

Die Folien zum Vortrag von Isabel Schnabel finden Sie hier.

 

Programm:

16:00 – Begrüßung und Vorstellung (Thomas Dohmen, Sprecher des Exzellenzclusters ECONtribute)

16:10 – Vortrag von Isabel Schnabel

17:00 – Diskussion mit dem Publikum

17:30 – Ende der Veranstaltung

 

Das Poster zur Veransaltung finden Sie hier.