Auswege aus der Wirtschaftskrise: Top-Ökonomen formulieren Grundsätze für eine erfolgreiche Bewältigung

Seit Beginn der Corona-Pandemie stecken viele europäische Länder in einer Rezession. Um die wirtschaftlichen Folgen besser abzufedern, formulieren führende Wirtschaftswissenschaftler, darunter die Ökonomen Moritz Kuhn und Christian Bayer von der Universität Bonn, in einem offenen Brief Grundsätze für die Wirtschaftspolitik um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zu bewältigen.

In dem Schreiben, das auf dem Politikanalyseportalen VoxEU und der deutschsprachigen Internetplattform „Ökonomenstimme“ veröffentlicht wurde, schlagen die Ökonomen verschiedene Maßnahmen vor und beschreiben Leitlinien für die Politik, die europaweit und frei von nationalstaatlichen Interessen zu empfehlen seien. Wichtig sei es derzeit vor allem, Haushalte, die von der Krise getroffen seien, kurzfristig durch Transferleistungen zu helfen die ökonomischen Folgen der Krise abzufedern. Transferzahlungen bieten darüber hinaus die wichtige Möglichkeit, Einschränkungen aufrecht zu erhalten, um die Gesundheitssituation unter Kontrolle zu behalten. Die Ökonomen empfehlen außerdem, mit einem Strukturwandel – wie aus der Klimapolitik gefordert – zu warten. Diesen anzugehen sei erst sinnvoll, wenn sich die Lage stabilisiere. Ansonsten drohe eine weitaus tiefere Rezession. Politische Unsicherheiten müsse man über klare Kommunikation reduzieren und frühzeitig mitzuteilen, welche politischen Regeln auf die Gesellschaft zukämen. Die Politik müsse sich bemühen, heute schon Pläne für verschiedene Szenarien zukünftiger Entwicklungen zu formulieren und zu kommunizieren.

Von der europäischen Gemeinschaft lernen

Moritz Kuhn ist Professor für Wirtschaft an der Universität Bonn und gehört dem Exzellenzcluster ECONtribute an. Er sagt: „Wichtig ist es auch, die internationale Zusammenarbeit weiterhin zu stärken, Informationen innerhalb der Staatengemeinschaft auszutauschen und zu überprüfen wo von Best-Practices gelernt werden kann. So kann populistischen Strömungen vorgebeugt werden.“ Die Ökonomen können sich als Unterstützung dazu einen unabhängigen wissenschaftlichen Wirtschaftsausschuss vorstellen. Dieser könnte die Politikmaßnahmen in den verschiedenen Regionen Europas bewerten und koordinieren, spezifische strategische Entwicklungsstrategien entwickeln und den zuständigen nationalen Ministerien wirtschaftspolitische Ideen für ihre Regionen an die Hand geben.

Multilaterale Handelsbeziehungen wieder aufnehmen

In der aktuellen Krise hat sich deutlich gezeigt, dass die Weltwirtschaft zu einem großen Geflecht an Handelsbeziehungen zusammengewachsen ist. Es gelte, diese Handelsbeziehungen so schnell wie möglich wieder aufzunehmen und die geringen innereuropäischen Handelsbeschränkungen zu nutzen. Konjunkturmaßnahmen seien notwendig, um die Volkswirtschaften wieder in Schwung zu bringen. Angesichts der derzeit niedrigen Zinssätze empfehlen die Ökonomen, dass europäische Regierungen mit finanziell stärkeren Haushalten in Länder mit schwächeren Haushalten „investieren“, ohne dass eine instabile Schuldendynamik ausgelöst würde. Dies ermögliche ein schnelleres Ende der durch die Corona-Krise ausgelösten Rezession und ist auf Grund der engen Handelsbeziehungen auch in deren eigenem Interesse.

 Zum Originaltext auf VoxEU

Zum deutschen Beitrag auf der Ökonomenstimme

 

Pressekontakt:

Katrin Tholen

ECONtribute:Markets & Public Policy

PR Manager

Tel. 0228 / 73 78 08

E-Mail: katrin.tholen@uni-bonn.de

 

Kontakt zum Autor:

Prof. Dr. Moritz Kuhn

Institut für Makroökonomik und Ökonometrie

Universität Bonn

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E-Mail: mokuhn@uni-bonn.de

ECONtribute Virtual Macro Workshop 2020

July 2-July 3, 2020

The ECONtribute Virtual Macro Workshop 2020 took place July, 2-3. Leading international researchers in macroeconomics presented and discussed their latest research with an emphasis on distributional aspects for macroeconomic activity and on the macroeconomic consequences of the current COVID19 crisis. Due to the global crisis the 2020 ECONtribute Macro Workshop 2020 was a virtual event with participants joining from around the world. The workshops goal is to provide a fruitful atmosphere for exchange and development of existing research and new research ideas in relationship to the research agenda of the ECONtribute cluster.

Thursday, July 2:

Kurt Mitman (IIES Stockholm, ECONtribute research fellow)

Economic Activity and COVID-19 Transmission

Discussant: Kyle Herkenhoff

 

Ralph Lütticke (University College London)

The Coronavirus Stimulus Package: How large is the transfer multiplier?

Discussant: Claudia Sahm

 

Ben Moll (London School of Economics, ECONtribute research fellow)

Pandemics According to HANK

Discussant: Ralph Lütticke

 

Claudia Sahm (Center for Equitable Growth, ECONtribute research fellow)

Direct Stimulus Payments to Individuals in the Covid Pandemic

Discussant: David Berger

 

Friday, July 3:

David Berger (Duke University, ECONtribute research fellow)

Imperfect Risk-sharing and the Business Cycle

Discussant: Ben Moll

 

Kyle Herkenhoff (New York Federal Reserve Bank, ECONtribute research fellow)

Who Bears the Welfare Costs of Monopoly? The Case of the Credit Card Industry

Discussant: Simon Mongey

 

Moritz Kuhn (University of Bonn and ECONtribute)

Job stability, earnings dynamics, and life cycle savings

Discussant: Kurt Mitman

 

Simon Mongey (University of Chicago, ECONtribute research fellow)

Unbundling Labor

Discussant: Moritz Kuhn

 

Further material for download:

Schedule

 

Local organizer: Moritz Kuhn (mokuhn@uni-bonn.de)

Direktbesteuerung von CO2 ermöglicht mehr freiwilliges Handeln im Klimaschutz

Direktbesteuerung von CO2 ermöglicht mehr freiwilliges Handeln im Klimaschutz  / Experimentell gestützte Studie von Axel Ockenfels, Peter Werner und Ottmar Edenhofer

Emissionen von CO2 können auf zwei Wegen einen Preis bekommen: Direkte Bepreisung durch eine Steuer oder Festlegung der Obergrenze der CO2-Emissionen mit anschließendem Handel von Emissionsberechtigungen. Eine neue Studie auf Basis eines wissenschaftlich kontrollierten Experiments beleuchtet einen bislang kaum erforschten Aspekt: die Anreizwirkung beider Varianten auf Akteure, die jenseits ihrer ökonomischen Interessen moralisch handeln wollen. Die Studie zeigt: Die direkte Bepreisung durch Steuern führt zu einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß im Experiment.

Die Studie wurde von den Ökonomen Axel Ockenfels, Peter Werner und Ottmar Edenhofer erstellt und jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht. Das Papier wurde unter anderem mit Unterstützung des „Center for Social and Economic Behavior“ der Universität zu Köln und im Kontext des DFG Cluster of Excellence ECONtribute erstellt.

An dem Experiment für die Studie haben rund 1000 Studentinnen und Studenten in dem Kölner Laboratorium für Wirtschaftsforschung mitgewirkt. In dem Experiment wird eine vereinfachte Welt von Produzenten und politischen Entscheidern gebaut, um die beiden Varianten der CO2-Bepreisung zu simulieren. Im Kern läuft es so: Zehn Produzenten legen in einem wettbewerblichen Markt fest, wie viel sie produzieren möchten, wobei eine größere Produktionsmenge mehr CO2-Emissionen mit sich bringt. Welche Produzenten zum Zuge kommen und tatsächlich emittieren, hängt von dem Ergebnis des Wettbewerbs sowie von so genannten Entscheidern ab. Diese geben in dem einen Teil des Experiments vor, wieviel Tonnen CO2 in einem Markt insgesamt emittiert werden dürfen (indirekte Preissteuerung durch Mengenbegrenzung), und in dem anderen Teil, wie viel Euro der Ausstoß einer Tonne CO2 kosten soll (direkte Preissteuerung durch Steuer). Am Ende wird den Produzenten der Ertrag abzüglich der Emissionskosten in echtem Geld ausgezahlt. Ein besonderer Anreiz für die Teilnehmer ist, dass jede nicht emittierte Tonne CO2 im Experiment auch in der realen Welt vermieden wird, denn über eine Umweltorganisation wird ein Zertifikat im EU-Emissionshandelssystem gekauft und stillgelegt.

Mit mehreren Abwandlungen dieses Experiments führt die Studie vor, welche Motivationen das Verhalten beeinflussen und welche Anreize wirken. Sobald die Konsequenz „echter CO2-Ausstoß in der realen Welt“ bekannt ist, erlauben die Entscheider deutlich weniger Ausstoß, und die Produzenten engagieren sich weniger für eine solche Erlaubnis. Bei der Variante der direkten Bepreisung von CO2 durch eine Steuer – wenn die Entscheider also einen Euro-Betrag pro Tonne CO2 vorgeben und nicht die Anzahl der erlaubten Tonnen – emittieren die Produzenten im Ergebnis zudem deutlich weniger.

Ein Grund ist, dass moralisches Verhalten bei einer Mengenbegrenzung lediglich den Verschmutzern im Markt Platz für mehr CO2-Emissionen macht. Ockenfels erläutert: „Eine direkte Bepreisung von CO2-Emissionen besitzt im Kampf gegen den Klimawandel viele Vorteile im Vergleich zu indirekten Mechanismen. Unsere Studie ergänzt einen Aspekt, der bisher oft übersehen wurde: Viele Menschen und Institutionen verhalten sich moralisch und möchten uneigennützig zum Klimaschutz beitragen. Bei einer Mengenbegrenzung werden jedoch die Treibhausgase, die ich eingespart habe, von anderen zusätzlich emittiert. So werden viele Anstrengungen zunichtegemacht. Eine direkte Preissteuerung kennt solche bloßen Verschiebungen der Emissionen bei moralischem Verhalten nicht.“

Professor Dr. Ockenfels leitet das Exzellenzzentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten an der Universität zu Köln und ist Mitglied im DFG Exzellenzcluster ECONtribute, Peter Werner ist Associate Professor in Verhaltensökonomik an der Universität Maastricht, und Ottmar Edenhofer ist Direktor des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) sowie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

 

Inhaltlicher Kontakt:       

Prof. Dr. Axel Ockenfels

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Zentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten

+49 221 470-5761

ockenfels@uni-koeln.de

 

Zur Publikation:

https://www.nature.com/articles/s41893-020-0554-1

 

 

 

Equal Opportunity at ECONtribute: What we know, what we do & what we have achieved (so far)

Equal Opportunity at ECONtribute:

What we know, what we do & what we have achieved (so far)

Given the underrepresentation of female researchers in academia, the promotion of gender equality is a central structural objective of the Cluster of Excellence ECONtribute: Markets & Public Policy. Both the universities of Bonn and Cologne are giving a high priority to the promotion of female researchers by creating a diverse and inclusive environment and by offering a variety of support measures to female researchers.

On the basis of the new book “Women in Economics”, from the Centre of Economic Policy Research (CEPR), edited by Shelly Lundberg (Distinguished Professor of Economics at the University of California Santa Barbara), ECONtribute has analysed current data and research on the issues of gender economics. The book examines the role and progress of women in professional economics and reviews the barriers that women face at various stages of the training and promotional pipeline. It also evaluates programs designed to support and encourage female economists, and discusses the benefits of greater gender equality across the economics research profession.

Since its start in January 2019, ECONtribute has implemented several measures to promote equal opportunity within the Cluster of Excellence such as the award winning hiring concept (Jenny-Gusyk-Prize from the University of Cologne), increased its female professorial staff, introduced the ReStart Equal Opportunity Talks to raise public awareness as well as providing childcare facilities and Women-only Events.

ECONtribute has created two posters, that summarise the latest research of “Women in Economics” and combine it with the current equal opportunity measures within the cluster.

 

Download the Poster:

What we know and what we do | deutsche Version

What we have achieved (so far) | deutsche Version

 

Gewappnet für die nächste Welle: Führende Wirtschaftswissenschaftler empfehlen neues Verteilsystem von lebenswichtigen medizinischen Gütern

Das Coronavirus hat die Nachfrage nach Schutzausrüstung, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Medizingütern in ungeahnte Höhen schnellen lassen. Menschen sterben, wenn die Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Viele Regierungen versuchen, so viele lebensrettende Ressourcen wie möglich zu beschaffen. Es stellt sich die Frage, nach welchen Verfahren diese Ressourcen – sowie zukünftig Medikamente und Impfstoffe – verteilt werden sollen.

Axel Ockenfels und Peter Cramton, Wirtschaftswissenschaftler im Zentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten der Universität zu Köln sowie im Exzellenzcluster ECONtribute, schlagen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature gemeinsam mit Wirtschaftsnobelpreisträger Alvin Roth und Robert B. Wilson (beide Stanford University) ein neues Verteilsystem für medizinische Güter vor.

Dabei ziehen sie Parallelen zu Märkten, die explizit Regeln für Notsituationen vorsehen (wie Strommärkte), sowie zu Märkten, bei denen der Verkauf an den Höchstbieter nicht akzeptabel ist (wie es etwa bei der Verteilung von Nahrungsmittelspenden an Tafeln der Fall ist).

Die Autoren, allesamt führende Experten in dem Forschungsfeld Marktdesign, empfehlen die Einrichtung einer zentralen Clearingstelle, die für die Zuteilung zuständig ist. Moderne Algorithmen könnten die Bedarfe der Krankenhäuser schätzen und die Zuteilung über Zeit und Raum optimieren helfen. Durch die Einführung einer speziellen Währung für essenzielle Güter könnten Preise ihre wichtige Steuerungsrolle übernehmen, ohne dass die Güter einfach nur an die reichsten Einrichtungen gesendet werden. Die spezielle Währung helfe auch, Krankenhäuser dabei zu motivieren, eigene Reserven anzubieten und sich zu koordinieren. Regierungen sollten einen Markt für medizinische Versorgungsgüter fördern, der in Krisenzeiten nahtlos auf den Notfallmodus umschalten könnte.

Das Coronavirus wird uns noch viele Monate beschäftigen. Es wird neue Wellen und Mutationen geben. Ein erfolgreicher Impfstoff wird neue Knappheiten erzeugen. Die Autoren zeigen, wie wir beim nächsten Mal besser vorbereitet sein können.

Starker Rückgang der Arbeitszeit von Eltern durch Betreuungsnot erwartet

Die Schulen und Kindergärten sind seit Wochen zu und die Wirtschaft wird langsam wieder hochgefahren. Dabei ergibt sich ein Dilemma: das Hochfahren geht einher mit mehr Präsenzzeiten am Arbeitsplatz, die berufstätige Eltern aber nicht leisten können. Moritz Kuhn, Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn sowie im Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy, untersucht gemeinsam mit seinen Kolleginnen Prof. Nicola Fuchs-Schündeln (Goethe Universität Frankfurt) und Prof. Michèle Tertilt (Universität Mannheim) die Folgen mangelnder Betreuungsangebote für Kinder und deren Auswirkungen auf die verfügbare Arbeitszeit berufstätiger Eltern. Ergebnis: Der Anteil der Eltern, die von geschlossenen Schulen und Kindergärten betroffen sein würde, ist doppelt so hoch wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland.

Auch wenn langsam alles wieder losgeht: Von Normalität kann in den Kindergärten und Schulen nicht die Rede sein. Regelunterricht findet in den meisten Bundesländern bis zu den Sommerferien nach derzeitigen Planungen erst einmal nicht statt. In Zahlen ausgedrückt: Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland ist ohne Betreuung für seine unter 14-jährigen Kinder. Das entspricht den rund zehn Millionen des Verarbeitenden Gewerbes und der Bauindustrie in Deutschland. Das Forscherteam nutzt für seine Schätzungen die Daten aus dem Jahr 2018 der Arbeitskräfteerhebung der EU (AKE).

Frauen vermutlich besonders von Arbeitsausfall betroffen

Berücksichtigt man, dass beispielsweise ältere Geschwister oder ein nicht arbeitendes Elternteil die Betreuung der Kinder übernimmt, sind immer noch 20 Prozent der Erwerbstätigen von geschlossenen Schulen und Kindertagesstätten betroffen. Häufig wird das Betreuungsproblem dann dadurch gelöst, dass ein Elternteil zu Hause bleibt. Dann – so schätzen die Forscher – würden den Arbeitgebern elf Prozent der Erwerbstätigen fehlen. Damit ist der Anteil der von der Betreuungsnot betroffenen Eltern fast doppelt so hoch, wie die derzeitige Arbeitslosenquote in Deutschland (5,8 Prozent im April 2020).

Wenn die Kinder klein sind, ist es zumeist die Mutter, die ihre Arbeitszeit reduziert. Die untersuchten Daten zeigen, dass in 82 Prozent der untersuchten Haushalte die Frau weniger arbeitet als der Mann. Berücksichtigt man die reduzierte Arbeitszeit eines Elternteils finden die Forscher, dass 8,4 Prozent der geleisteten Arbeitsstunden von einem Arbeitsausfall auf Grund fehlender Kinderbetreuung betroffen wären – das entspräche dem achtfachen kurzarbeiterbedingten Stundenausfall während der Finanzkrise 2009. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung arbeitender Eltern zeigt sich hier deutlich.

„Während dies die gegenwärtigen Kosten fehlender Kinderbetreuung abbildet, kann die Krise darüber hinaus in der langen Frist auch zu einem Rückschritt bei der Gleichberechtigung von Frauen am Arbeitsmarkt führen“, sagt Kuhn. Karriereunterbrechungen im ersten Drittel des Erwerbslebens führten zu einer langfristigen Verschlechterung des Einkommens. „Wir haben in unserer Forschung zu Karriereverläufen gesehen, dass unterschiedliche Karriereverläufe von Männern und Frauen zu 50 Prozent die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede erklären“, so Kuhn zu den potentiellen langfristigen Folgen der Betreuungsnot.

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.

Link zum Papier hier.

 

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Katrin Tholen

ECONtribute: Markets & Public Policy

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Prof. Moritz Kuhn

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ECONtribute keeps on growing: Prof. Anna Bindler joins Cluster of Excellence

Prof. Anna Bindler’s research focuses on Economics of Crime. © ECONtribute: Markets & Public Policy

On May 25, 2020, Anna Bindler started as Associate Professor at the Cluster of Excellence ECONtribute: Markets & Public Policy, being part of the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Cologne. Bindler was previously employed as Assistant Professor in Economics at the University of Gothenburg. Prior, she completed her PhD in Economics at University College London. With her new position, Bindler returns to her roots in the Rhineland: from 2005 to 2010 she studied Economics at the University of Bonn. “I am very much looking forward to my new tasks – both at the Cluster of Excellence and the University of Cologne.  I am excited to be part of the Cluster and its ambitious team “, Anna Bindler explains.

Prorector for Research and Innovation Prof. Bettina Rockenbach welcomed Anna Bindler at the University

Prorector for Research and Innovation Prof. Bettina Rockenbach welcomed Anna Bindler at the University of Cologne. © Private

Bindler’s research focuses on applied microeconomics, labour economics, economics of crime, and law and economics. Specifically, she is concerned with questions such as how crime affects the labour market situations and living conditions of its victims or factors that shape decisions made within criminal justice systems. “Anna Bindler is a great asset to both the University of Cologne and the cluster. Despite the pandemic circumstances, we wish her a successful start in Cologne,” said Prof. Andreas Schabert, spokesperson of the ECONtribute Cluster of Excellence: Markets & Public Policy. Due to the corona pandemic, Bindler had to postpone her start in Cologne until the middle of the semester.

ECONtribute Studie – Coronavirus: Geringverdiener sind doppelte Verlierer der Coronakrise

Geringverdiener sind doppelte Verlierer der Coronakrise

Ökonomen der Universität Bonn und des IZA werten Daten von rund 5.500 Personen aus

Homeoffice und gleichbleibendes Gehalt auch in der Coronakrise? Nicht für alle Arbeitnehmer ist dies in Krisenzeiten möglich. Ökonomen des Exzellenzclusters ECONtribute in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) befragten vom 20. bis zum 31. März 2020 rund 5.500 Niederländer zu den Veränderungen ihrer Arbeitswelt während der Pandemie. Deutlich wird: Höher qualifizierte Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit im Homeoffice, während weniger qualifizierte Arbeitnehmer gezwungen sind, Stunden zu reduzieren oder Gefahr laufen, ihren Job ganz zu verlieren.

Die Möglichkeit zum Homeoffice ist eine Frage des Bildungsgrads. Das bescheinigen neue Daten des COVID Impact Lab, einem neuen Forschungsprojekt des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Wissenschaftler verglichen die Veränderungen in der Arbeitswelt rund um den Beginn der Krise – bevor sie Auswirkungen auf das Berufsleben hatte und kurz nachdem es zu ausgangsbeschränkenden Regierungsmaßnahmen kam. Erstmals lässt sich mit Zahlen belegen, wie sich der Anteil von Arbeitnehmern, die ihre tägliche Arbeit von zu Hause verrichten, verändert hat.

Vom Homeoffice profitieren Besserverdienende

Copyright: IZA

So hat sich zwar der Anteil der Arbeitnehmer, die mindestens zwei Stunden pro Tag im Homeoffice arbeiteten, von 27 auf 54 Prozent verdoppelt. Doch Heimarbeit kann nicht jeder Arbeitnehmer gleichermaßen nutzen: Unter hochqualifizierten Arbeitnehmern geben 76 Prozent an, nach Beginn der Krise mindestens zwei Stunden aus dem Homeoffice zu arbeiten. Unter den Niedrigqualifizierten sind es nur 31 Prozent. Bei Akademikern ist die Umstellung auf Homeoffice außerdem die Norm: Der Anteil der Heimarbeit steigt hier von 11 auf 68 Prozent. Bei den weniger gebildeten Beschäftigten steigt der Homeoffice-Anteil an der wöchentlichen Arbeitszeit hingegen nur auf rund ein Fünftel, zudem sinkt ihre Gesamtstundenanzahl deutlich stärker als bei Akademikern. (Abbildung 1)

Die Verlierer der Krise auf dem Arbeitsmarkt sind Geringverdiener

Copyright: IZA

Grund dafür kann sein, dass weniger Qualifizierte öfter in Berufen arbeiten, in denen sie ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice erledigen können, wie beispielsweise im Transportwesen, dem Einzelhandel oder der Gastronomie Für einen Teil der weniger Qualifizierten  kommt es in der Folge häufiger zu Entlassungen oder einer starken Reduzierung der Stunden. Personen am unteren Ende der Einkommensverteilung trifft es außerdem doppelt hart: Nicht nur müssen sie ihre Stunden stärker reduzieren als Besserverdienende. Es ist außerdem zu erwarten, dass diese Stundenreduktionen für sie schwieriger zu bewältigen sind, da sie weniger Rücklagen haben, um die Verluste der kommenden Monate auszugleichen. Sie werden daher stärker als andere Einkommensgruppen staatliche Unterstützung benötigen. Ein anderer Teil der weniger Qualifizierten arbeitet in systemrelevanten Berufen, wie der Pflege oder im Lebensmitteleinzelhandel. Sie haben zwar derzeit einen sicheren Job, sind jedoch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Im Gegensatz dazu sind Arbeitnehmer im Homeoffice doppelt geschützt – vor Infektionen und Einkommensverlusten. So wird die Zweiteilung von Branchen in Büroberufe, die von hoher Qualifikation und Heimarbeitsquoten geprägt sind und solche mit jeweils niedrigen Werten, sehr deutlich (siehe Abbildung 2).

Übertragbarkeit auch auf Deutschland

„Für Deutschland liegen noch keine umfangreichen Daten vor, es zeigen sich aber erste Tendenzen, die in dieselbe Richtung gehen. Zwar scheint der Anstieg im Homeoffice etwas geringer zu sein als in den Niederlanden, es wird aber deutlich, dass Nicht-Akademiker auch hier das Nachsehen haben und ihre Arbeit nicht von zu Hause ausüben können. Sowohl die Niederlande als auch Deutschland haben außerdem ähnliche restriktive Einschränkungen im öffentlichen Alltag, das schafft eine ähnliche Grundlage“, erläutert Hans-Martin von Gaudecker, ECONtribute-Professor für angewandte Mikroökonomik an der Universität Bonn und Leiter des IZA-Forschungsteams Strukturelle Politikevaluation die Ergebnisse.

Impact Lab mit aktuellen Daten zur Krise

Gemeinsam mit seinem Forschungsteam aus Bonn und der niederländischen Universität Tilburg möchte der Ökonom die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise und ihre Gegenmaßnahmen analysieren. Dazu hat er, gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern, das COVID Impact Lab ins Leben gerufen. Ziel ist es, in der aktuellen Krise schnell hilfreiche Daten zu generieren und diese der Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig sollen dann vertiefte Analysen erfolgen. Das Projekt wird vom Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy gefördert.

Information zum Datensatz:

Die Daten wurden mit Hilfe des niederländischen LISS-Panels erhoben. Das LISS (Longitudinal Internet Studies for the Social Sciences)-Panel fragt 4.500 Haushalte seit über zehn Jahren regelmäßig zu einer Vielzahl von Themen. Die Haushalte sind repräsentativ für die niederländische Bevölkerung und beantworten die Fragebögen online. Für diesen Datensatz wurden LISS-Teilnehmer ab 16 Jahren vom 20. bis zum 31. März befragt. 5.453 Personen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Für Deutschland liegen noch keine umfassenden Daten vor, erste Tendenzen lassen sich aber ablesen. Die deutschen Daten werden ebenfalls über eine Online-Umfrage mit Hilfe von GESIS, dem Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, abgefragt.

Weitere Informationen zum COVID Impact Lab:
https://covid-19-impact-lab.readthedocs.io/en/latest/#

 

Studie:

Studie (Englisch)

 

Pressekontakt:

Katrin Tholen

ECONtribute: Markets & Public Policy

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Email: katrin.tholen@uni-bonn.de

 

Kontakt zum Studienautor:

Prof. Dr. Hans-Martin von Gaudecker

Institut für angewandte Mikroökonomik

Universität Bonn

Tel: +49 228 73-9357

E-Mail: hmgaudecker@uni-bonn.de

 

 

ECONtribute Studie – Coronavirus: Warum die Sterblichkeit so verschieden ist

Coronavirus: Warum die Sterblichkeit so verschieden ist

Neue Studie des Exzellenzclusters ECONtribute führt hohe Letalität auf Kontakte zwischen den Generationen zurück

Die Großeltern wohnen mit im Haus und für die Kinderbetreuung ist gesorgt: Was lange als ideales Modell für viele Familien galt, ist in der Coronakrise gefährlich: Die beiden Ökonomen Prof. Dr. Moritz Kuhn und Prof. Dr. Christian Bayer  von der Universität Bonn haben über verschiedene Länder hinweg die Rolle von Sozialstrukturen mit Letalitätsquoten bei COVID-19-Infektionen verglichen. Ergebnis: Je mehr Erwerbstätige mit ihren Eltern zusammenleben, desto höher ist der Anteil der Corona-Toden am Anfang der Epidemie. 

Beim Blick nach Italien erschrecken vor allem die hohen Sterbezahlen der COVID-19-Infektion. Der Anteil der Verstorbenen ist in Italien deutlich höher als hierzulande. In Deutschland liegt der Anteil der Patienten mit tödlichem Krankheitsverlauf noch immer bei unter 0,3 Prozent, in Italien hingegen bei rund sechs Prozent (Stand 15. März). Das bedeutet, dass in Italien pro 1.000 Erkrankten im Schnitt 60 Menschen sterben, in Deutschland hingegen drei. Die beiden Ökonomen untersuchten als mögliche Ursache für die unterschiedlich hohe Sterberate Unterschiede in der Form des Zusammenlebens und der sozialen Interaktion in den verschiedenen Ländern. 

Unterschiedliche Formen des Zusammenlebens

Im hypothetischen Land A finden wenige Kontakte zwischen den Generationen im täglichen Leben statt. Die arbeitende Bevölkerung und ältere Menschen leben relativ getrennt voneinander.

In Land A leben ältere und erwerbstätige Menschen getrennt voneinander. Im Alltag haben sie wenig Berührungspunkte. Bild: Moritz Kuhn

In Land B hingegen gibt es viel alltäglichen Austausch und Interaktion zwischen den Generationen. So wohnen beispielsweise Großeltern mit im Haus und passen auf Enkelkinder auf oder jüngere Arbeitnehmer, die sich keine eigene Wohnung leisten können, sind noch nicht aus ihrem Elternhaus ausgezogen. 

Land B: Die Erwerbsbevölkerung und ältere Menschen leben unter einem Dach. Wenn der Virus auch unter Älteren gestreut hat, kommt es zu einer Kettenreaktion, die das Gesundheitssystem überlastet. Bild: Moritz Kuhn

Um das soziale Zusammenleben messbar zu machen, untersuchten die Wissenschaftler den Anteil der 30 bis 49-Jährigen, die mit ihren Eltern zusammenwohnen. Im europäischen und auch im weltweiten Vergleich ergeben sich hier wie bei der Sterberate große Unterschiede. Die Forscher der Universität Bonn gehen davon aus, dass der Virus hauptsächlich durch die Erwerbsbevölkerung aus China nach Europa gekommen ist und sich dann hier unter den Berufstätigen verbreitet hat.

„Wenn sich die arbeitende Bevölkerung in hohem Maß infiziert, dann ist das für Bevölkerungsstrukturen wie in Deutschland oder Skandinavien, wo wir weniger generationsübergreifende Formen des Zusammenlebens kennen, weniger dramatisch“, erläutert Moritz Kuhn, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn sowie im Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy. „In Ländern wie Italien, in denen Ältere oft mit der gesamten Familie unter einem Dach wohnen, steigt dann der Anteil der Krankheitsverläufe mit tödlichem Ausgang deutlich.“ Sobald der Virus auch unter Älteren gestreut hat, komme es zu einer Kettenreaktion, die das Gesundheitssystem überlastet.  

Die Todesfallraten in Italien sind deutlich höher als in den anderen betroffenen Ländern. Bild: Moritz Kuhn

Osteuropäische Länder könnten besonders betroffen sein

Nicht nur in Italien gibt es viele Formen des generationsübergreifenden Zusammenlebens, sondern auch in osteuropäischen Ländern. Auf sie könnte eine ähnliche Situation wie in Italien zukommen, wenn sie die empfohlenen Maßnahmen, wie die Einhaltung einer „sozialen Distanz“, zum Schutz der älteren Bevölkerung zu spät umsetzen, warnen die Wissenschaftler. Umso wichtiger sei es, dass die Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden. 

Generationsübergreifendes Wohnen findet in vielen asiatischen Ländern sowie in Italien deutlich häufiger statt als in Deutschland. Bild: Moritz Kuhn

Gegensätzlicher Trend in asiatischen Ländern

Für den asiatischen Raum gelte grundsätzlich der gleiche Zusammenhang, jedoch seien die generationsübergreifenden Kontakte sehr viel ausgeprägter, legen die Forscher dar. Dass die Letalitätsquoten dennoch geringer ausfallen, liege an einer insgesamt jüngeren Bevölkerung, könne aber auch an anderen Formen der sozialen Interaktion – wie unterschiedlichen Begrüßungsritualen – liegen. Möglich sei auch, dass sich asiatische Länder besser auf mögliche Pandemien vorbereitet haben und von Erfahrungswerten aus der SARS-Krise 2003 profitieren. So gibt es in vielen asiatischen Ländern Fieberkliniken, die nur erkältungs- und grippespezifische Symptome behandeln und das Gesundheitssystem damit entlasten.

Generationsübergreifendes Wohnen findet in vielen asiatischen Ländern sowie in Italien deutlich häufiger statt als in Deutschland. Bild: Moritz Kuhn

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird. 

Studie:

Studie (Englisch)

 

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Institut für Makroökonomik und Ökonometrie

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ECONtribute Scientific and Policy Advisory Board

ECONtribute Scientific and Policy Advisory Board

Our Cluster of Excellence ECONtribute: Markets & Public Policy is pleased to announce the members of its Advisory Board. The ECONtribute Scientific and Policy Advisory Board (ESPAB) serves as an external advisor to the ECONtribute Steering Committee. The Board consists of five internationally-renowned and high-level researchers and policy makers, namely:

The ESPAB advises the Cluster on its strategic development, such as research, policy interaction and outreach activities, hiring strategy, equal opportunity and the Young ECONtribute Program (YEP).

The Cluster of Excellence ECONtribute: Markets & Public Policy is a joint initiative of the Universities of Bonn and Cologne and funded for the years 2019-2025 by the German Research Foundation in the German Excellence Strategy. The goal of the Cluster is to advance a new paradigm for the analysis of markets & public policy in light of fundamental societal and technological challenges. All research activities are organized under the roof of the Reinhard Selten Institute (RSI), a joint research institute of the Universities of Bonn and Cologne. The ECONtribute Network was established to promote two-way knowledge exchange between researchers and policymakers.