Cluster members advise German Federal Ministry of Economics and Energy

ECONtribute professors Felix Bierbrauer, Axel Ockenfels, and Martin Hellwig are part of the Scientific Advisory Board which advises the German Federal Ministry of Economics and Energy independently in form of letters and expert opinions on economic policy issues. This week, the Scientific Advisory Board published a report on the economics of the Corona Crisis. They welcome the fact that the Federal Government and the Federal Ministry of Economics and Energy acted quickly and decisively to bring the epidemic under control and limited the massive impact on the economy. Compared with many other countries, Germany has so far mastered these challenges well. The Board discusses challenges in the wake of the corona pandemic, ranging from measures to help companies and employees, through economic and structure-building impulses and makes proposals on existing and future instruments.

You can find the letter in German here.

ECONtribute Law & Econ Seminar: Pandemics and Systemic Financial Risk

Steven L. Schwarcz, Professor at Duke University School of Law, holds the upcoming ECONtribute Law and Econ Workshop on 12th of May at 18:00 h. He will present his paper on Pandemics and Systemic Financial Risk (with Howell Jackson). To register for the workshop, subscribe to the mailing list by sending an email with the following content, to sympa@listen.uni-bonn.de: “subscribe lawecon First Name Last Name”. You will then receive the Zoom details.

 

 

More information about the paper:

The coronavirus has produced a public health debacle of the first-order. But the virus is also propagating the kind of exogenous shock that can precipitate – and to a considerable degree is already precipitating – a systemic event for our financial system. This currently unfolding systemic shock comes a little more than a decade after the last financial crisis. In the intervening years, much as been written about the global financial crisis of 2008 and its systemic dimensions. Additional scholarly attention has focused on first devising and then critiquing the macroprudential reforms that ensued, both in the Dodd-Frank Act and the many regulations and policy guidelines that implemented its provisions. In this essay, we consider the coronavirus pandemic and its implications for the financial system through the lens of the frameworks we had developed for the analysis of systemic financial risks in the aftermath of the last financial crisis. We compare and contrast the two crises in terms of systemic financial risks and then explore two dimensions on which financial regulatory authorities might profitably engage with public health officials.
As we are writing this essay, the pandemic’s ultimate scope and consequences, financial and otherwise, are unknown and unknowable; our analysis, therefore, is necessarily provisional and tentative. We hope, however, it may be of interest and potential use to the academic community and policymakers.

Covid-19 Impact Lab | Geringverdiener sind doppelte Verlierer der Coronakrise

Geringverdiener sind doppelte Verlierer der Coronakrise

Ökonomen der Universität Bonn und des IZA werten Daten von rund 5.500 Personen aus

Homeoffice und gleichbleibendes Gehalt auch in der Coronakrise? Nicht für alle Arbeitnehmer ist dies in Krisenzeiten möglich. Ökonomen des Exzellenzclusters ECONtribute in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) befragten vom 20. bis zum 31. März 2020 rund 5.500 Niederländer zu den Veränderungen ihrer Arbeitswelt während der Pandemie. Deutlich wird: Höher qualifizierte Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit im Homeoffice, während weniger qualifizierte Arbeitnehmer gezwungen sind, Stunden zu reduzieren oder Gefahr laufen, ihren Job ganz zu verlieren.

Die Möglichkeit zum Homeoffice ist eine Frage des Bildungsgrads. Das bescheinigen neue Daten des COVID Impact Lab, einem neuen Forschungsprojekt des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Wissenschaftler verglichen die Veränderungen in der Arbeitswelt rund um den Beginn der Krise – bevor sie Auswirkungen auf das Berufsleben hatte und kurz nachdem es zu ausgangsbeschränkenden Regierungsmaßnahmen kam. Erstmals lässt sich mit Zahlen belegen, wie sich der Anteil von Arbeitnehmern, die ihre tägliche Arbeit von zu Hause verrichten, verändert hat.

Vom Homeoffice profitieren Besserverdienende

Copyright: IZA

So hat sich zwar der Anteil der Arbeitnehmer, die mindestens zwei Stunden pro Tag im Homeoffice arbeiteten, von 27 auf 54 Prozent verdoppelt. Doch Heimarbeit kann nicht jeder Arbeitnehmer gleichermaßen nutzen: Unter hochqualifizierten Arbeitnehmern geben 76 Prozent an, nach Beginn der Krise mindestens zwei Stunden aus dem Homeoffice zu arbeiten. Unter den Niedrigqualifizierten sind es nur 31 Prozent. Bei Akademikern ist die Umstellung auf Homeoffice außerdem die Norm: Der Anteil der Heimarbeit steigt hier von 11 auf 68 Prozent. Bei den weniger gebildeten Beschäftigten steigt der Homeoffice-Anteil an der wöchentlichen Arbeitszeit hingegen nur auf rund ein Fünftel, zudem sinkt ihre Gesamtstundenanzahl deutlich stärker als bei Akademikern. (Abbildung 1)

Die Verlierer der Krise auf dem Arbeitsmarkt sind Geringverdiener

Copyright: IZA

Grund dafür kann sein, dass weniger Qualifizierte öfter in Berufen arbeiten, in denen sie ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice erledigen können, wie beispielsweise im Transportwesen, dem Einzelhandel oder der Gastronomie Für einen Teil der weniger Qualifizierten  kommt es in der Folge häufiger zu Entlassungen oder einer starken Reduzierung der Stunden. Personen am unteren Ende der Einkommensverteilung trifft es außerdem doppelt hart: Nicht nur müssen sie ihre Stunden stärker reduzieren als Besserverdienende. Es ist außerdem zu erwarten, dass diese Stundenreduktionen für sie schwieriger zu bewältigen sind, da sie weniger Rücklagen haben, um die Verluste der kommenden Monate auszugleichen. Sie werden daher stärker als andere Einkommensgruppen staatliche Unterstützung benötigen. Ein anderer Teil der weniger Qualifizierten arbeitet in systemrelevanten Berufen, wie der Pflege oder im Lebensmitteleinzelhandel. Sie haben zwar derzeit einen sicheren Job, sind jedoch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Im Gegensatz dazu sind Arbeitnehmer im Homeoffice doppelt geschützt – vor Infektionen und Einkommensverlusten. So wird die Zweiteilung von Branchen in Büroberufe, die von hoher Qualifikation und Heimarbeitsquoten geprägt sind und solche mit jeweils niedrigen Werten, sehr deutlich (siehe Abbildung 2).

Übertragbarkeit auch auf Deutschland

„Für Deutschland liegen noch keine umfangreichen Daten vor, es zeigen sich aber erste Tendenzen, die in dieselbe Richtung gehen. Zwar scheint der Anstieg im Homeoffice etwas geringer zu sein als in den Niederlanden, es wird aber deutlich, dass Nicht-Akademiker auch hier das Nachsehen haben und ihre Arbeit nicht von zu Hause ausüben können. Sowohl die Niederlande als auch Deutschland haben außerdem ähnliche restriktive Einschränkungen im öffentlichen Alltag, das schafft eine ähnliche Grundlage“, erläutert Hans-Martin von Gaudecker, ECONtribute-Professor für angewandte Mikroökonomik an der Universität Bonn und Leiter des IZA-Forschungsteams Strukturelle Politikevaluation die Ergebnisse.

Impact Lab mit aktuellen Daten zur Krise

Gemeinsam mit seinem Forschungsteam aus Bonn und der niederländischen Universität Tilburg möchte der Ökonom die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise und ihre Gegenmaßnahmen analysieren. Dazu hat er, gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern, das COVID Impact Lab ins Leben gerufen. Ziel ist es, in der aktuellen Krise schnell hilfreiche Daten zu generieren und diese der Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig sollen dann vertiefte Analysen erfolgen. Das Projekt wird vom Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy gefördert.

Information zum Datensatz:

Die Daten wurden mit Hilfe des niederländischen LISS-Panels erhoben. Das LISS (Longitudinal Internet Studies for the Social Sciences)-Panel fragt 4.500 Haushalte seit über zehn Jahren regelmäßig zu einer Vielzahl von Themen. Die Haushalte sind repräsentativ für die niederländische Bevölkerung und beantworten die Fragebögen online. Für diesen Datensatz wurden LISS-Teilnehmer ab 16 Jahren vom 20. bis zum 31. März befragt. 5.453 Personen haben den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Für Deutschland liegen noch keine umfassenden Daten vor, erste Tendenzen lassen sich aber ablesen. Die deutschen Daten werden ebenfalls über eine Online-Umfrage mit Hilfe von GESIS, dem Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, abgefragt.

Weitere Informationen zum COVID Impact Lab:
https://covid-19-impact-lab.readthedocs.io/en/latest/#

 

Studie:

Studie (Englisch)

 

Pressekontakt:

Katrin Tholen

ECONtribute: Markets & Public Policy

Tel. +49 228/737808

Email: katrin.tholen@uni-bonn.de

 

Kontakt zum Studienautor:

Prof. Dr. Hans-Martin von Gaudecker

Institut für angewandte Mikroökonomik

Universität Bonn

Tel: +49 228 73-9357

E-Mail: hmgaudecker@uni-bonn.de

Cluster member Christiane Woopen: How to end the lockdown and return to normality

Christiane Woopen (University of  Cologne, ECONtribute) and others explain how to end the lockdown and return to normality:

https://www.ifo.de/DocDL/Coronavirus-Pandemic_Strategy.pdf

New research by Moritz Schularick: Economic disasters in times of Covid-19

by Moritz Schularick (University of Bonn, ECONtribute, schularick@uni-bonn.de),

Òscar Jordà (University of California, Davis, ojorda@ucdavis.edu) and

Alan M. Taylor (University of California, Davis, amtaylor@ucdavis.edu)

Business cycles are costlier and stabilization policies more beneficial than widely thought. This paper shows that all business cycles are asymmetric and resemble mini “disasters”. By this we mean that growth is pervasively fat-tailed and non-Gaussian. Using long-run historical data, we show empirically that this is true for all advanced economies since 1870. Focusing on the peacetime sample, we develop a tractable local projection frame- work to estimate consumption growth paths for normal and financial-crisis recessions. Using random coefficient local projections we get an easy and transparent mapping from the estimates to the calibrated simulation model. Simulations show that substantial welfare costs arise not just from the large rare disasters, but also from the smaller but more frequent mini-disasters in every cycle. In postwar America, households would sacrifice more than 10 percent of consumption to avoid such cyclical fluctuations.

 

Downloadable content:

Working paper (English)

Corona – wie lange halten wir das durch? | Christian Bayer im Interview mit dem WDR

Corona – wie lange halten wir das durch? Christian Bayer im Interview mit dem WDR

Das öffentliche Leben ist befindet sich im Stillstand. Wie lange kann die Bevölkerung den wirtschaftlichen Ausnahmezustand noch durchhalten? Und mit welchen kurz- und langfristigen Folgen der Coronakrise muss gerechnet werden? Christian Bayer (Universität Bonn) bespricht wirtschaftlichen Szenarien und Auswirkungen der Coronaeindämmung und erläutert, warum Coronabonds in deutschem Interesse wären.

Interview mit Christian Bayer in der WDR Mediathek zum Nachschauen.

 

Vergleichende Daten des Robert-Koch-Instituts im Dashboard | Tom Zimmermann

Auswertung von COVID-19 Daten des Robert-Koch-Instituts auf Bundesland- und Landkreisebene:

https://tomz.shinyapps.io/CoronaLandkreise/

Kontakt: Tom Zimmermann (ECONtribute, E-Mail: tom.zimmermann@uni-koeln.de)

Clustermitglied Christiane Woopen berät NRW-Landesregierung zu Corona-Fragen

Clustermitglied Christiane Woopen berät NRW-Landesregierung zu Corona-Fragen

Der nordrheinwestfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat Clustermitglied Christiane Woopen in den Expertenrat Corona berufen. Christiane Woopen ist Medizinethikern und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, der auch die Europäische Kommission berät. An der Universität zu Köln ist sie außerdem geschäftsführende Direktorin von ceres, einem Zentrum für die interdisziplinäre Forschung, Aus- und Fortbildung sowie Beratung zu gesellschaftsrelevanten Fragen im Bereich der Gesundheit.

Der Expertenrat Corona berät die Landesregierung im Umgang mit der Coronakrise und soll Kriterien und Maßstäbe für die Öffnung des sozialen und öffentlichen Lebens entwickeln. In dem zwölfköpfigen Gremium ist neben Christian Woopen auch der Bonner Virologe Hendrick Streeck sowie Udo di Fabio, Professor für öffentliches Recht an der Universität Bonn vertreten.

 

News and uncertainty about COVID-19: Short-run economic impact | Keith Kuester et al.

News and uncertainty about COVID-19: Survey evidence and short-run economic impact

by Alexander M. Dietrich (University of Tübingen, alexander.dietrich@uni-tuebingen.de),

Keith Kuester (University of Bonn, ECONtribute, keith.kuester@uni-bonn.de),

Gernot J. Müller (University of Tübingen, gernot.mueller@uni-tuebingen.de),

and Raphael S. Schoenle (Brandeis University, schoenle@brandeis.edu)

We solicit household expectations about the economic costs of the COVID-19 pan- demic. Households expect output to decrease by about 6 percent and inflation to increase by 5 percentage points in the 12 months following March 2020. We also document that the uncertainty about the overall effect is large, both at the level of individual respondents and in terms of the dispersion across respondents. To the extent that the economic fallout of COVID-19 has not fully materialized yet, but is still a) anticipated and b) uncertain it depresses private expenditure and pushes the natural rate of interest downward. In the second part of the paper we quantify this effect as we feed our the survey data in a standard business cycle model. We find that the natural rate drops by several percentage points and illustrate to what extent the short-run impact of COVID-19 depends on the response of monetary policy.

 

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Study (Englisch)

Coronavirus: Warum die Sterblichkeit so verschieden ist | Moritz Kuhn & Christian Bayer

Coronavirus: Warum die Sterblichkeit so verschieden ist

Neue Studie des Exzellenzclusters ECONtribute führt hohe Letalität auf Kontakte zwischen den Generationen zurück

Die Großeltern wohnen mit im Haus und für die Kinderbetreuung ist gesorgt: Was lange als ideales Modell für viele Familien galt, ist in der Coronakrise gefährlich: Die beiden Ökonomen Prof. Dr. Moritz Kuhn und Prof. Dr. Christian Bayer  von der Universität Bonn haben über verschiedene Länder hinweg die Rolle von Sozialstrukturen mit Letalitätsquoten bei COVID-19-Infektionen verglichen. Ergebnis: Je mehr Erwerbstätige mit ihren Eltern zusammenleben, desto höher ist der Anteil der Corona-Toden am Anfang der Epidemie. 

Beim Blick nach Italien erschrecken vor allem die hohen Sterbezahlen der COVID-19-Infektion. Der Anteil der Verstorbenen ist in Italien deutlich höher als hierzulande. In Deutschland liegt der Anteil der Patienten mit tödlichem Krankheitsverlauf noch immer bei unter 0,3 Prozent, in Italien hingegen bei rund sechs Prozent (Stand 15. März). Das bedeutet, dass in Italien pro 1.000 Erkrankten im Schnitt 60 Menschen sterben, in Deutschland hingegen drei. Die beiden Ökonomen untersuchten als mögliche Ursache für die unterschiedlich hohe Sterberate Unterschiede in der Form des Zusammenlebens und der sozialen Interaktion in den verschiedenen Ländern. 

Unterschiedliche Formen des Zusammenlebens

Im hypothetischen Land A finden wenige Kontakte zwischen den Generationen im täglichen Leben statt. Die arbeitende Bevölkerung und ältere Menschen leben relativ getrennt voneinander.

In Land A leben ältere und erwerbstätige Menschen getrennt voneinander. Im Alltag haben sie wenig Berührungspunkte. Bild: Moritz Kuhn

In Land B hingegen gibt es viel alltäglichen Austausch und Interaktion zwischen den Generationen. So wohnen beispielsweise Großeltern mit im Haus und passen auf Enkelkinder auf oder jüngere Arbeitnehmer, die sich keine eigene Wohnung leisten können, sind noch nicht aus ihrem Elternhaus ausgezogen. 

Land B: Die Erwerbsbevölkerung und ältere Menschen leben unter einem Dach. Wenn der Virus auch unter Älteren gestreut hat, kommt es zu einer Kettenreaktion, die das Gesundheitssystem überlastet. Bild: Moritz Kuhn

Um das soziale Zusammenleben messbar zu machen, untersuchten die Wissenschaftler den Anteil der 30 bis 49-Jährigen, die mit ihren Eltern zusammenwohnen. Im europäischen und auch im weltweiten Vergleich ergeben sich hier wie bei der Sterberate große Unterschiede. Die Forscher der Universität Bonn gehen davon aus, dass der Virus hauptsächlich durch die Erwerbsbevölkerung aus China nach Europa gekommen ist und sich dann hier unter den Berufstätigen verbreitet hat.

„Wenn sich die arbeitende Bevölkerung in hohem Maß infiziert, dann ist das für Bevölkerungsstrukturen wie in Deutschland oder Skandinavien, wo wir weniger generationsübergreifende Formen des Zusammenlebens kennen, weniger dramatisch“, erläutert Moritz Kuhn, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn sowie im Exzellenzcluster ECONtribute: Markets & Public Policy. „In Ländern wie Italien, in denen Ältere oft mit der gesamten Familie unter einem Dach wohnen, steigt dann der Anteil der Krankheitsverläufe mit tödlichem Ausgang deutlich.“ Sobald der Virus auch unter Älteren gestreut hat, komme es zu einer Kettenreaktion, die das Gesundheitssystem überlastet.  

Die Todesfallraten in Italien sind deutlich höher als in den anderen betroffenen Ländern. Bild: Moritz Kuhn

Osteuropäische Länder könnten besonders betroffen sein

Nicht nur in Italien gibt es viele Formen des generationsübergreifenden Zusammenlebens, sondern auch in osteuropäischen Ländern. Auf sie könnte eine ähnliche Situation wie in Italien zukommen, wenn sie die empfohlenen Maßnahmen, wie die Einhaltung einer „sozialen Distanz“, zum Schutz der älteren Bevölkerung zu spät umsetzen, warnen die Wissenschaftler. Umso wichtiger sei es, dass die Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden. 

Auch in den osteuropäischen Ländern gibt es viele Formen von generationsübergreifendem Wohnen. Bild: Moritz Kuhn

Gegensätzlicher Trend in asiatischen Ländern

Für den asiatischen Raum gelte grundsätzlich der gleiche Zusammenhang, jedoch seien die generationsübergreifenden Kontakte sehr viel ausgeprägter, legen die Forscher dar. Dass die Letalitätsquoten dennoch geringer ausfallen, liege an einer insgesamt jüngeren Bevölkerung, könne aber auch an anderen Formen der sozialen Interaktion – wie unterschiedlichen Begrüßungsritualen – liegen. Möglich sei auch, dass sich asiatische Länder besser auf mögliche Pandemien vorbereitet haben und von Erfahrungswerten aus der SARS-Krise 2003 profitieren. So gibt es in vielen asiatischen Ländern Fieberkliniken, die nur erkältungs- und grippespezifische Symptome behandeln und das Gesundheitssystem damit entlasten.

Generationsübergreifendes Wohnen findet in vielen asiatischen Ländern sowie in Italien deutlich häufiger statt als in Deutschland. Bild: Moritz Kuhn

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

Die Studie ist im Rahmen von ECONtribute entstanden. Es handelt sich dabei um den einzigen wirtschaftswissenschaftlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Exzellenzcluster – getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird. 

Studie:

Studie (Englisch)

 

Pressekontakt:

Katrin Tholen

ECONtribute

Tel. +49 228 737808

E-Mail: katrin.tholen@uni-bonn.de

 

Kontakt zum Studienautor:

Prof. Dr. Moritz Kuhn

Institut für Makroökonomik und Ökonometrie

Universität Bonn

Tel. 0228/7362096

E-Mail: mokuhn@uni-bonn.de